Literaturanalyse

Elemente des Dramas

Inhaltselemente

6 Elemente nach der Poetik des Aristoteles:

  • 1. mythos (Handlung)
  • 2. ethe (Charaktere)
  • 3. lexis (Rede, Sprache)
  • 4. dianoia (Gedanke, Absicht)
  • 5. opsis (Schau, Szenerie)
  • 6. melopoiia (Gesang, Musik)
Handlung
  • Sprache ist Handeln
  • Übersetzung von mythos meint Handlung nicht als kurzfristige Aktion einer Person, sondern als ganze Kette von Begebenheiten => zusammenhängender Geschehensablauf
  • meist mehrere Personen beteiligt

dramatische Handlung:

  • Aufeinandertreffen von polaren Kräften und Willensrichtungen (z.B. gut und böse)
  • umfaßt den Spannungsbogen der Verhältnisse und Zustände, denen der Konflikt entspringt
Charaktere
  • Person (lat. persona = Maske des Schauspielers) = jeder "Mensch als geistiges Wesen"
  • Figur (lat. figura = Gebilde, Gestalt) = Mensch als Geschöpf eines Autors => Kunst-Person
  • Charakter:
    • bezeichnet nicht den ganzen Menschen, sondern nur seine geistige Eigenart => erfaßt nur einen Teil von dem, was Begriffe Person und Figur abdecken (also nicht: sozialer Stand, körperliche Beschaffenheit, Kleidung)
    • bezeichnet nur die dauerhaften Merkmale, nicht augenblickliche Gemütszustände
  • round-charakter = mit hoher psychologischer Komplexität, Entwicklung zu erkennen
  • flat-charakter = besitzt nur eine Eigenschaft
Figurenrede

Gestaltung der Figurenrede (was und wie Personen reden):

  • Ziele der Redenden
  • umgebende Situation
  • Umstände der Verständigung (Kommunikationssituation)
  • persönliche Verhältnisse der Gesprächspartner, best. Anredeformen
  • individuelle Denk- und Äußerungsstile jedes Redenden
  • augenblickliche seelische Verfassung

Funktionen:

  • hinter Figurenrede verbirgt sich Autor
  • Gedanken werden ausgesprochen
Sinnliche Darbietung
  • sinnliche Wahrnehmung durch szenische Darbietung
Rollenspiel
  • Rollenspieler verstellt sich, stellt eine fremde Person dar
  • ursprünglich Papierrolle
  • Ableitung von kindlichen Rollenspielen
  • keine Improvisation mit offenem Ausgang
Haupttext
  • alles Gesprochene
Nebentext
  • graphisch meist durch verschiedene Weise hervorgehoben (Fettdruck, Kursivdruck)
  • Titel, ggf. Motto, Widmung und Vorwort, Personenverzeichnis, Kennzeichnung / Nummerierung der Handlungsteile, Bühnenanweisung zur Schauplatzgestaltung (Szenarium), oft auch Aussehen der jeweils auftretenden Figuren jeweils zu Beginn einer Äußerung, Anweisung über gestisches Verhalten
Bühnenrealisierung

Plurimedialer Text:

  • Text: Fiktion für den Leser
  • Bühne: Gegenwärtigkeit für den Zuschauer
  • Simulation: Nachahmung (misesis) einer Handlung
  • Postulat der drei Einheiten von Aristoteles: Einheit des Ortes, der Handlung, der Zeit => gehört zu den Grundformen der Gattung Drama
Claudio Mende
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