Epochenüberblicke zur Deutschen Literaturgeschichte

Literatur Österreichs und der Schweiz

1950 - 1990

I. Abgrenzung

Von einer einheitlichen "deutschen Literatur" ab 1950 kann man nicht mehr sprechen. Die deutschsprachige Literatur Österreichs und der Schweiz sollte nicht der Literatur der BRD zugeordnet werden, da sich die kulturellen und politischen Entwicklungen innerhalb dieser Kulturräume zu sehr voneinander unterschieden.

II. Historischer Hintergrund Österreichs

Österreich wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wie Deutschland in vier Besatzungszonen eingeteilt. Die von Karl Renner geleitete provisorische Regierung erklärte am 27. April 1945 die Unabhängigkeit Österreichs. Bereits im November des gleichen Jahres fanden die ersten Nationalratswahlen statt. Durch den Staatsvertrag 1955 mit den Besatzungsmächten erhielt die Republik Österreich ihre volle staatliche Souveränität zurück.

1. Literatur Österreichs

In Österreich fanden sich schon sehr schnell nach Ende des Zweiten Weltkriegs Ansätze für eine neue Literatur. 1945 gründete Otto Basil die Zeitschrift Plan, in der bald viel junge Autoren und Autorinnen, wie z.B. Ilse Aichinger und Erich Fried, veröffentlichten. Mitte der fünfziger Jahre gründete sich die Wiener Gruppe, die an die Literatur um 1900 anknüpfte. 1960 bildete sich um den Herausgeber der Zeitschrift Manuskripte, Kolleritsch, die Grazer Gruppe. Peter Handke sorgte mit dem Erscheinen seiner Publikumsbeschimpfung (1966) für Aufsehen, da im letzten Teil dieses Stückes das Publikum mit zahllosen Schimpfwörtern und ähnlichem konfrontiert wird. In den 70er und 80er Jahren machte der österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard mit seinen Romanen und Dramen auf sich aufmerksam, z.B. mit Das Kalkwerk (1970), Auslöschung. Ein Zerfall. (1986) oder Heldenplatz (1988).

2. Literatur der Schweiz

Die Schweiz hatte während der Nazi-Herrschaft in Deutschland und auch danach bei vielen Intellektuellen einen guten Ruf, da ihre demokratische Ordnung bestehen blieb. Für viele Emigranten war sie der erste Anlaufpunkt. Nach dem Zweiten Weltkrieg trugen zwei Schweizer Autoren erheblich zur weltweiten Anerkennung deutschsprachiger Literatur bei: Friedrich Dürrenmatt (Der Besuch der alten Dame, 1956; Die Physiker, 1962) und Max Frisch (Stiller, 1954; Homo faber, 1957). Weitere bekannte Schweizer Autoren sind Peter Bichsel und Adolf Muschg.

3. Vertreter

4. Werke

© Claudio Mende: Deutsche Literaturgeschichte - Epochenüberblicke (CD-ROM). Hollfeld Januar 2008. C.-Bange-Verlag.